Formen von Essstörungen - Klinik Lüneburger Heide
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Ursachen von Essstörungen

 

Das gesellschaftliche Problem betrifft uns alle. Damit aber die Erkrankung Essstörung ausbricht,müssen neben Umweltfaktoren eine Reihe weiterer dazukommen, die M. Connors1996 wie folgt zusammengestellt hat:

 

 

Klinik Lüneburger Heide - Ursachen Essstörungen

 

 

Risikofaktoren für die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper (linke Seite der Abbildung) und Risikofaktoren für Defizite, also für Mängel in der Selbstregulation (rechte Seite der Abbildung) müssen zusammenkommen, damit eine Essstörungserkrankung entsteht. Risikofaktoren für die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper sind zum einen kulturelle Einflüsse: unser überbetontes Schlankheitsstreben, das Schlanksein und Gewicht abnehmen gleichsetzt mit Starksein, Attraktivsein, Beliebtsein, Erfolgreichsein usw. Das trifft zusammen mit körperlichen Veränderungen in der Pubertät, die typischerweise bei Mädchen bedeuten, dass bis zu 25% mehr Fett eingelagert wird als bei Jungen an den typischen Stellen, wie Po, Oberschenkel, Becken, Bauch und Busen. Schon Zwölfjährige bezeichnen sie als ihre Problemzonen. Die Pubertät tritt zudem tendenziell immer früher ein - man bezeichnet das als Akzelleration. So kann es passieren, dass Mädchen, die noch Kinder sind, sich innerhalb weniger Monate mit betont weiblichen Körperformen konfrontiert sehen und damit nicht zurecht kommen in einer Gesellschaft mit einem Schlankheitsideal, das dem komplett entgegensteht!

 

Bei Jungen geht es ab der Pubertät um Muskelaufbau, womit deren normale körperliche Entwicklung dem Ideal entgegen kommt. Im Zusammenwirken mehrerer solcher problematischer Faktoren kann sich ein negatives Körperselbst mit einer vermehrten Beschäftigung mit dem Körpergewicht und andauerndem Diäthalten entwickeln.

 

Zur Entwicklung einer Essstörungserkrankung müssen aber neben den Risikofaktoren, die zu einem gestörten Körperselbst führen, auch Risikofaktoren für Defizite in der Selbstregulation kommen: elterliche Psychopathologie, also Störungen auf Seiten der Eltern oder im Familiensystem, die die gesunde Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen, Traumen verschiedenster Art (wobei sexueller Missbrauch bei Essstörungspatienten nicht häufiger die Ursache ist als bei anderen seelischen Störungen) und Temperamentaspekte, also biologische Bedingungen auf Seiten desjenigen, der die Essstörung entwickelt.

 

Im Zusammenwirken dieser Faktoren kommt es zu Störungen des Gefühlslebens, zu niedrigem Selbstwertgefühl und unsicherem Bindungsverhalten mit dem Resultat, dass die Betroffenen sich nicht sicher und geborgen in dieser Welt fühlen und typischerweise wenig gesunde Selbstbehauptungsansprüche zeigen. Die auf Seite 13 (rechte Seite der Abbildung) dargestellten Risikofaktoren, können zu allen möglichen seelischen Störungen führen, jedoch in Kombination mit dem gestörten Körpererleben (linke Seite der Abbildung) bewirken sie das Auftreten einer Essstörung.

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