Formen von Essstörungen - Klinik Lüneburger Heide
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Bulemie - Bulimia nervosa

 

Die Bulimia nervosa tritt wesentlich häufiger auf als die Anorexia nervosa. Man sieht sie den Betroffenen nicht an, da sie vollständig in der Heimlichkeit gelebt werden kann. Sie neigt, ebenso wie die Anorexia nervosa stark zur Chronifizierung und unterscheidet sich von dieser, neben dem meist normalen Gewicht durch das vorhandene Krankheitsgefühl. Beide Essstörungen haben die krankhafte Über- und Dauerbeschäftigung mit dem Essen und dem Körper gemeinsam; sie dient zur Lösung verborgener, nicht lösbarer seelischer Konflikte.

 

Bei Jungen und Männern treten Essstörungen wesentlich seltener auf als bei Mädchen und Frauen; angegeben werden Häufigkeiten von 1:10 bis 1:20.

 

 

Kennzeichen der Bulimia nervosa (F 50.2) (gekürzt nach ICD 10 und DSM IV)

 

  • Andauernde Beschäftigung mit dem Essen, unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln, Heißhungerattacken (Häufigkeit > zweimal pro Woche mindestens über drei Monate)
  • Kompensatorische Maßnahmen (Erbrechen / Abführmittel / Diuretika / Hungerphasen/ übertriebene sportliche Aktivitäten) zur Vermeidung einer Gewichtszunahme (auch schon nach normalen Mahlzeiten oder kleinen Essensportionen)
  • Krankhafte Furcht zu dick zu werden; kleinliche, zu niedrige Gewichtsgrenzen und übertriebener, überwertiger Einfluss des Gewichts auf die Befindlichkeit
  • Häufig Periodenstörungen (Oligomenorrhoe = schwache, seltene Periode)

 

Subtypen (nach DSM IV)

 

  • Purging-Typus: regelmäßiges Erbrechen oder Missbrauch von Abführmitteln, Diuretika oder Klistieren
  • Nicht-Purging-Typus: kein Erbrechen, aber Fastenphasen und / oder übermäßige körperliche Betätigung um einer Gewichtszunahme gegenzusteuern.
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