Formen von Essstörungen - Klinik Lüneburger Heide
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Binge Eating Störung (Essstörung mit Essanfällen)

 

Bei der Binge Eating Störung (Essstörung mit Essanfällen), die in vielem einer atypischen Bulimia nervosa entspricht, fehlen im Unterschied zu dieser, konsequent durchgeführte Gegenmaßnahmen gegen den dickmachenden Effekt des Überessens und der Essanfälle, so dass die Betroffenen typischerweise übergewichtig oder adipös sind und weiter zunehmen.

 

Essstörungen können ineinander übergehen, wobei ehemalige Anorexien auch mit Überwindung der Erkrankung normalerweise nicht übergewichtig werden.

 

 

Kennzeichen der Binge Eating Störung (Forschungskriterien, gekürzt nach DSM IV)

 

  • Essanfälle mit dem Gefühl des Kontrollverlusts an mindestens zwei Tagen in der Woche während mindestens sechs Monaten
  • Essanfälle, verbunden mit Ekel- und Schuldgefühlen und deutlichem Leidensdruck
  • Kompensatorische Verhaltensweisen zur Korrektur des dickmachenden Effekts des Überessens werden nicht regelmäßig eingesetzt

 

Die Binge Eating Störung unterscheidet sich von der Bulimie im wesentlichen dadurch, dass den Essattacken nicht gegengesteuert wird und so die Betroffenen zunehmen und schwerst adipös werden können. Diese Essstörung geht, genauso wie die beiden anderen, mit einem gestörten Körperempfinden und Selbstentwertungen wegen des gestörten Essverhaltens bis hin zu Selbsthassgefühlen einher und muss bei den Betroffenen unbedingt diagnostiziert werden. Maßnahmen zur Gewichtreduktion reichen allein bei diesen Patienten nicht aus. Sie brauchen ein ebenso intensives Psychotherapieprogramm zur Aufgabe der Essstörung wie die anderen beiden Essstörungen.

 

Übergewicht und Adipositas sind nicht zwangsläufig mit einer psychogenen Essstörung vergesellschaftet.

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