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Neuropsychologische Testverfahren

 

Wie zuvor dargelegt, handelt es sich bei ADHS primär um eine Folge von Funktionsstörungen im Bereich der höheren Handlungsfunktionen (sog. Exekutivfunktionen). Man sollte daher davon ausgehen können, dass es möglich sein muss, diese Störungen in neuropsychologischen Testverfahren abbilden zu können. Leider ist dem nicht so. Zwar geht man bezüglich der Pathogenese der ADHS derzeit von einer komplexen Dysfunktion der Neurotransmitter im Bereich bestimmter Hirnabschnitte aus, welche eine inadäquate Reizverarbeitung und Handlungskoordination bedingen. Hierzu besteht offenbar eine besondere biologische Veranlagung und Reaktionsbereitschaft. Bei der klinischen Ausprägung der ADHS (Störungsbild-Phänotyp) stehen aber primär eine defizitäre und überschießende Anpassungsdynamik und nicht ein zeitstabiles Funktionsdefizit wie bei organisch bedingten Hirnerkrankungen im Vordergrund. Die Bedeutung der Neuropsychologie liegt also weniger in der Objektivierung von ADHS-Symptomen als vielmehr in einer Leistungsdiagn stik (z.B. Intelligenztestung) und Ausschluss von Teilleistungs- und Wahrnehmungsstörungen (z.B. Dyslexie, Dyskalkulie oder auditiven und visuellen Wahrnehmungsstörungen).

 

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